Münster: Hengsthalter sprechen sich für einen Sporttest aus

Einmal jährlich Ende März trifft sich der Verein der Deutschen Hengsthalter zu seiner Mitgliederversammlung. Hier steht vor allem der Gedankenaustausch ergänzt um Vorträge neben den üblichen Vereinsregularien im Vordergrund. In diesem Jahr trafen sich die Hengsthalter einmal mehr bei ihrem Partner, der LVM-Versicherung in Münster, die stellvertretend von Berthold Steghaus repräsentiert wird.


2017 stellte der Verein die Leitlinien für Pferdehaltung mit einem Vortrag in den Fokus. Dr. Christiane Müller aus dem Vorstand der FN referierte darüber, vor allem unter dem Aspekt der Hengsthaltung. Immer wieder kam dabei das Thema Tierschutz auf. Ein Thema welches den Deutschen Hengsthaltern seit Jahren sowohl in Pferdesport und -zucht ein wichtiges Anliegen ist. 

Einmal mehr war die Hengstleistungsprüfung ein großes Thema. Eigens dafür war Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer der Abteilung Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, nach Münster gereist um die Hengsthalter über die aktuellen Änderungen zu informieren. Gerd Sosath aus Lemwerder, der die Hengsthalter in der Arbeitsgruppe Hengstleistungsprüfung vertritt, stellte fest, dass die Reform inzwischen akzeptiert ist und sich die Arbeitsgruppe HLP sehr flexibel hinsichtlich Verbesserungsvorschlägen gezeigt hat. Unglücklich sind die Hengsthalter nach wie vor über den 14-Tage-Test: Hier wird der Prüfungszeitpunkt im zeitigen Frühjahr kritisiert und die gestellten Anforderungen als zu hoch für die dreijährigen Hengste empfunden.

Einstimmig haben sich alle anwesenden Hengsthalter dafür ausgesprochen, die zwei geforderten Sporttests auf einen Test zu reduzieren. Ihrer Meinung nach sollte dies ausreichen. Es kann aus ihrer Sicht nicht angehen, dass die Hengste über das ganze Jahr immer in Form gehalten werden müssen um ihre Zuchtleistung zu erfüllen, ihren Sporteinsatz und darüber hinaus noch die HLP-Anforderungen für den künftigen Deckeinsatz zu leisten. Dr. Klaus Miesner wird den Beschluss der Hengsthalter in der Arbeitsgruppe Hengstleistungsprüfung vorbringen. Positiv wird die Übertragung der Sporttests via Clipmyhorse.tv eingestuft. So kann jeder interessierte Züchter die Prüfungen verfolgen und einsehen.

Drei Mal tagte im Jahr 2016 die Arbeitsgruppe alternative Körmodelle, die von den Hengsthaltern gegründet wurde. Hier galt es neue Szenarien wie z.B. Frühjahrskörungen, Sattelkörungen ect. zu prüfen. In Zusammenarbeit mit Aufzüchtern und Verbänden war aber schließlich vor allem seitens der Verbände kein großer Wille zu Veränderungen zu erkennen.


Neue Aufgaben die sich der Verein für dieses Jahr gestellt hat, sind die Erarbeitung einheitlicher Geschäftsbedingungen beim Einsatz bzw. Verkauf von TG-Sperma. Gemeinsam mit der FN soll über einen Zukunftsplan der Deutschen Pferdezucht nachgedacht werden. Angeregt wurde auch die Anerkennung von Hengsten in den deutschen Pferdezuchtverbänden zu harmonisieren.
Und auch eine personelle Veränderung ist bereits angekündigt: Thomas Casper aus Donzdorf, der den Verein seit seiner Gründung führt, will ab 2018 den Vorsitz nicht mehr führen und forderte die Anwesenden auf sich jetzt schon Gedanken zu machen wer seine Nachfolge antreten wird.

 

Andreas Kerstan

 

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